Grundstückswert aus Bodenrichtwert berechnen
Die einfache Ausgangsrechnung lautet Grundstücksfläche × Bodenrichtwert. Der Bodenrichtwert ist jedoch kein automatisch verbindlicher Einzelwert, sondern ein durchschnittlicher Lagewert für eine definierte Bodenrichtwertzone und ein Richtwertgrundstück.
Warum kann das Grundstück vom Richtwertgrundstück abweichen?
- anderes Maß der baulichen Nutzung;
- ungewöhnlicher Zuschnitt, Hanglage oder schlechte Erreichbarkeit;
- abweichender Erschließungszustand;
- Altlasten, Dienstbarkeiten oder Baulasten;
- besondere Mikrolage innerhalb der Zone.
Wo finde ich den Bodenrichtwert?
BORIS-D führt zu den amtlichen Bodenrichtwertportalen der Länder. Umfang, Darstellung und mögliche Gebühren können je nach Bundesland variieren. Achte darauf, den richtigen Stichtag, die Nutzungsart und die konkrete Zone auszuwählen.
Ist Bodenwert gleich Grundstückskaufpreis?
Nein. Bei einem bebauten Grundstück setzt sich der Gesamtwert regelmäßig aus Boden und baulichen Anlagen zusammen. Selbst bei einem unbebauten Grundstück können Marktlage und konkrete Grundstücksmerkmale zu einem Preis ober- oder unterhalb des rechnerischen Richtwerts führen.
Häufige Fragen
Wie berechnet man den Wert eines Grundstücks?
Als Orientierung: Fläche × Bodenrichtwert, anschließend Anpassungen an die Eigenschaften des konkreten Grundstücks.
Ist der Bodenrichtwert der Verkaufspreis?
Nein. Er ist ein durchschnittlicher Zonenwert für ein Richtwertgrundstück. Der tatsächliche Kaufpreis kann aufgrund konkreter Merkmale und Marktlage abweichen.
Wo finde ich den offiziellen Bodenrichtwert?
Über BORIS-D gelangst du zu den amtlichen Bodenrichtwertangeboten der Bundesländer.
Was bedeutet ein Anpassungsfaktor von 0,9?
In dieser Szenariorechnung wird der Ausgangswert um 10 Prozent reduziert. Die sachliche Begründung für einen Faktor muss aus konkreten Grundstücksmerkmalen kommen.
- Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV)
- BORIS-D – Bodenrichtwertinformationssystem Deutschland
Die Rechner übertragen diese Regelwerke nicht vollständig in ein Gutachten. Sie machen ausgewählte Rechenschritte transparent und kennzeichnen Vereinfachungen.